Tunesien
Das tunesische Fernsehen teilt sich zwischen einem öffentlichen Duo, das seit den 1960er Jahren sendet, und einem lebendigen Feld privater Sender, das nach der Revolution von 2011 heranwuchs. Allgemeine Unterhaltung dominiert, Talkshows treiben die Einschaltquoten-Debatte, und religiöse Programme halten ihre eigene Ecke.
Das öffentliche Duo
El Watania 1 ist der erste öffentliche Nationalsender des Landes, betrieben von Télévision Tunisienne. Seine Identität wandelte sich mit der Geschichte des Staates: 1966 als RTT gestartet, durchlief es die Namen TV7 und Tunisie 7, bevor es 2011 zu El Watania 1 wurde. Die jüngere Schwester El Watania 2 begann 1994 als Canal 21 und nahm ebenfalls nach der Revolution ihren heutigen Namen an.
Die private Welle
Hannibal TV sendet seit 2005 als einer der frühesten privaten Herausforderer. Attessia TV und Sahel TV - letzterer nach der Sahel-Küste des Landes benannt - bringen allgemeine Unterhaltung, während Al Janoubia TV aus Sfax im Süden sendet. Nessma TV zielte auf Tunesien und den gesamten Maghreb und zählte einst Italiens Mediaset zu seinen Anteilseignern; sein Sportarm ist Nessma Sport. Der Gesprächskanal El Hiwar El Tounsi baute seinen Namen auf politischen Talkshows auf und wurde 2015 als meistgesehener Sender des Landes gemessen.
Glaube und ein Fenster aus London
Zitouna TV ist um religiöse Programme herum aufgebaut und nach der Zaytouna-Tradition der großen Moschee der Hauptstadt benannt. Ein anderer Fall ist Al Mustakillah: mit Sitz in London und auf tunesische Zuschauer ausgerichtet, wurde es 1999 von Mohamed Hechmi Hamdi gegründet und diente lange als Stimme außerhalb des staatlichen Mediensystems.
Zwischen den beiden öffentlichen Sendern, den nach der Revolution vervielfachten Privatsendern und den religiösen Anbietern spiegelt das tunesische Fernsehen heute ein Medienfeld, das sich schnell öffnete - und seitdem streitbar geblieben ist.